Kultur Pur lässt die Faszination “Schwarzes Theater” aufleben. Mitglieder die sonst u.a. hinter den Kulissen Veranstaltungen organisieren und Stars nach Bestwig holen stehen hier, mit anderen Aktiven selbst auf der Bühne. Hierzu zählen mehr als 20 Aktive im Alter von 5 bis 55 Jahren aus dem Raum Bestwig. Durch spezielles UV-Licht werden Farben wie weiß, neongrün, -orange und -gelb zum Leuchten gebracht. Formen und Farben machen sich selbstständig – spielerisch leicht schweben beim Schwarzlichttheater Hände oder Gegen- stände durch den Raum. Es können Dinge dargestellt und erzählt werden die bei “normalen” Theaterstücken nicht oder meist nur mit technisch hohem Aufwand realisiert werden können.
Ursprung des Schwarzen Theaters
Das Schwarze Theater hat vermuthlich ihren Ursprung in China. Dort bereits wurden Puppen auf einer schwarzen Bühne von schwarz gekleideten Spielern in einem Lichtkorridor bewegt, sodass nur die Figuren sichtbar waren.
Als eigentlicher Erfinder des Schwarzen Theaters gilt der Schauspieler und Spielleiter Max Auzinger (1839-1928), der aufgrund eines Fehlers zum Schöpfer dieser Theaterform wurde. Er wollte seinem Publikum eine Kerkerszene besonders schaurig nahe bringen. Er ließ deshalb den Bühnenraum mit schwarzem Samt ausschlagen und einen “kohlpechschwarzen Mohr” in die dramatische Handlung eingreifen. Als nun dessen Kopf im Kerkerfenster erschien, war von seinem Gesicht nicht das Geringste zu sehen. Nur zwei Reihen weißer Zähne schwebten grinsend in der Luft – sehr zum Vergnügen des Publikums. Auzinger erkannte die Chancen dieses Effektes und konstruierte mit Hilfe der Puppenküche seiner Tochter ein Modell einer “Schwarzen Bühne”.
1885 trat er erstmalig unter dem Künstlernamen “Ben Ali Bey” in Berlin mit einer entsprechenden Bühne und der “Schau ägyptischer und indischer Wunder” auf.
Die Technik des Schwarzen Theaters
Der Bühnenraum ist komplett schwarz ausgekleidet. Auf der Bühne agieren völlig schwarz gekleidete Spieler. Sie tragen Gegenstände in grellen Farben und lassen sie im Raum schweben oder bedecken sie mit schwarzem Samt, sodass sie plötzlich verschwinden oder auftauchen.
Da der Bühnenraum unbeleuchtet ist, entsteht eine optische Täuschung. Das menschliche Auge kann unterschiedliche Ausprägungen von Schwarz nicht wahrnehmen, und daher sind Bühnenhintergrund und Spieler nicht zu unterscheiden. Somit sind schwarze Gegenstände und Personen unsichtbar. Ein schwarzgekleideter Spieler, der weiße Handschuhe und Socken trägt, erscheint dann nur als Hand oder Fuß. Ultraviolettes Licht bringt vor allem Gegenstände mit fluoreszierenden Farben zum Leuchten – z.B. Schmetterlinge, Blumen, Raupen, Puppen,….- und lässt faszinierende Farbeffekte zu.
